Online-Marketing - was geht da?

E-Mail Marketing & Co. - was darf ich als Firma tun?

Nicht alles was möglich ist darf zur Absatzförderung auch genutzt werden. Der Gesetzgeber hat im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) die Möglichkeiten für Marketing-Maßnahmen eingeschränkt. Dr. Volker Baldus von der janolaw AG erläutert, worauf Online-Händler beim E-Mail Marketing und anderen Werbeformen achten müssen, um keine Abmahnung zu erhalten.

Kunden E-Mail Adressen

Für Unternehmen sind erhobene Kundendaten für Vertriebszwecke äußerst hilfreich und bieten Potential für weitere Verkäufe. Jedoch darf man diese E-Mailadressen nicht einfach für Marketing-Zwecke und andere Cross Sellings nutzen. Dies ist nur mit ausdrücklicher Zustimmung der Kunden erlaubt. Im Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (§ 7 UWG) sind Werbe-E-Mails, die ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Empfängers verschickt werden, als unzumutbare Belästigung verboten. Auch die Tatsache, dass jemand auf einer Webseite über seine Vorlieben spricht und seine Kontaktdaten freiwillig angibt, darf nicht als ausdrückliche Einwilligung verstanden werden.

 

Was darf ich tun? - Wir klären es!


Grundregel für E-Mail Marketing

Es bedarf für E-Mail-Werbung der ausdrücklichen Einwilligung des Adressaten, dies gilt sowohl für B2B als auch B2C. Im Falle von Streitigkeiten muss der Versender den Beweis erbringen, dass ihm eine Einwilligung des E-Mail Empfängers vorliegt.

Ausnahmen für Werbe E-Mails

Für bestehende Kundenbeziehungen zu Endverbrauchern (B2C) oder Unternehmen (B2B) sieht § 7 Abs. 3 UWG eine Ausnahme vor. Wenn der Online-Händler die Kunden-E-Mail im Rahmen eines Kaufvertrags erhalten hat, darf er dem Kunden auch eine ähnliche Ware anbieten. Voraussetzung für eine vergleichbare Ware ist deren Austauschbarkeit aus Kundensicht.
Der Kunde muss sowohl bei der Erhebung der E-Mail Adresse als auch beim Versand einer Werbe E-Mail stets auf seine Widerspruchsmöglichkeit klar und deutlich hingewiesen werden.

Newsletter

Neben der Newsletter-Anmeldung im Double-Opt-In Verfahren muss darauf geachtet werden, dass die Bestätigungs-E-Mail werbefrei bleibt, d.h. diese darf ausschließlich dem Zweck dienen die Teilnahme am Newsletter zu bestätigen. Erfolgt seitens des Kunden keine Bestätigung über den darin enthaltenen Link, darf keine erneute Kontaktaufnahme erfolgen. Für die Abonnenten eines Newsletters muss stets auch in dem Newsletter selbst die Möglichkeit angeboten werden, diesen wieder abzubestellen. Darüber hinaus muss bei der Versendung eines Newsletters auch in der Datenschutzerklärung auf der Webseite bzw. im Online-Shop erläutert werden, über welchen Weg eine An- bzw. Abmeldung erfolgen kann.

Weitere Informationen zum Double-Opt-In Verfahren

Weiterempfehlungen

Ein hohes Abmahnrisiko besteht nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) auch bei Weiterempfehlungen wie Grußkarten oder „Kunden empfehlen Kunden“ oder “Tell a friend Optionen“. Die beliebte Form eine E-Mail Adresse eines Dritten einfach über ein Textfeld einzugeben und einen Link mit einer Empfehlung zu versenden ist in dieser Konstellation unzulässig und nicht zu empfehlen, denn der Werbeversender bleibt haftbar. Im Falle eines Rechtstreits muss der Anbieter der E-Mail Werbung den Nachweis für die Einwilligung seitens des Empfängers erbringen.

Angabepflichten E-Mail Marketing

Der Charakter der Werbebotschaft muss bei einer kommerziellen Kommunikation gegenüber dem Empfänger eindeutig erkennbar sein. Ebenso muss der Absender der Werbe E-Mail leicht identifizierbar sein, d.h. zumindest muss der Name des absendenden Unternehmers ersichtlich sein. Existiert die Gefahr einer Verwechslung mit anderen Unternehmen oder Unternehmer, müssen die Angaben ergänzt werden.

Alternative Werbeformen

Den Gedanken potentielle Neukunden im B2C bzw. B2B Bereich per Fax oder Telefon zu gewinnen, sollte man gleich wieder verwerfen. Die relativ preiswerten Vertriebsmethoden sind auch seitens des Gesetzgebers verboten worden, ein Verstoß kann teuer werden!
Als Alternative bleibt der klassische Werbebrief und die damit verbundene Hoffnung, dass am Briefkasten des Empfängers kein Vermerk mit „Bitte keine Werbung!“ klebt. Die Idee Werbebriefe als private Post zu deklarieren und somit den Hinweis zu umgehen ist übrigens auch nicht erlaubt.

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Über den Autor

Rechtsanwalt Dr. Volker Baldus arbeitet bei dem Online-Rechtsportal janolaw AG und betreut dort den Bereich Internetrecht. Die janolaw AG mit Sitz in der Rhein-Main-Region zählt seit 2000 zu den Topanbietern im Bereich Internet-Rechtsdienstleistungen. Immer mehr Shopbetreiber nutzen die anwaltlichen Leistungen von janolaw erfolgreich für ihr Business. Erfahrene Rechtsanwälte klären Fragen zum Online-Handel sofort verbindlich am Telefon. Für dauerhafte Rechtssicherheit im E-Commerce sorgt der komfortable AGB Hosting-Service, die Update-Services für eBay und Amazon. Mehrere hundert Dokumente aus zahlreichen Rechtsgebieten wie z.B. Internetrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht, Familienrecht leisten schnell und unkompliziert juristische erste Hilfe zum Download.